DER PLATZ
160 viviendas en Darmstadt, Alemania
Concurso: 2016 - Accesit
Arquitectos: Marina del Mármol, Mauro Bravo
Coautor: Michael Becker

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Ziel war es den Dialog mit Kammstruktur der Bestandsgebäude zu führen und den Übergang zum angrenzenden Quartierspark mit Schule zu schaffen. Als Grundbausteine für diesen städtebaulichen Ansatz haben wir Module gewählt, die Ihre Fassaden 45grad versetzt zur Ost-West Orientierung ausrichten. Hierdurch schaffen wir es auf diesem verwinkelten Eckgrundstück ein flächeneffizientes Netzwerk aus Wohnungen zu schaffen die alle attraktive Ausblicke vorweisen können.

Die 45 Grad Drehung der Gebäude in Bezug auf die Erschließungstrassen reduzieren die flächigen Gebäudestruktur auf einen menschlichen Maßstab.Mit Wahl von T und I Typen konnten wir uns ideal an die Grundstücksform anzupassen und den Maßstab der Räume auf die Bedürfnisse der Bewohner anpassen. Durch die Winkelstruktur aus Gassen und Höfen wirkt das Bauvolumen wie eine Summe von Einzelgebäude. Durch die unterschiedliche Behandlung der Höfe identifiziert sich jeder Mieter mit seinem halböffentlichen Bereich.Die Zugänge der einzelnen Häuser sind auf 2 Achsen angeordnet, die sich auf dem zentralen Platz kreuzen. Hier gibt es genügend Raum für Begegnungen.

Hier befindet sich die Mobilitätszentrale – Kernstück des städtebaulichen Konzepts dieses modernen Wohnviertels.Im Erdgeschoss nutzen wir den Höhenunterschied der Zugangsstrasse aus, um bei den Häusern A,I und L ein Zwischengeschoss einzuschieben. Daher ist es uns möglich eine große Anzahl der gewünschten Fahrradstellplätze ebenerdig direkt vom zentralen Platz aus zu erreichen

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Durch die Vernetzung der vorhandenen Grünstrukturen wird ein stark durchgrüntes und ökologisch wertvolles Wohngebiet geschaffen. Die neue Bebauung wird in die bestehende “Parklandschaft” eingepasst und verzahnt sich mit der Umgebung. Vorhandene Grünbestände werden so weit wie möglich erhalten, so dass der umgebende Charakter unmittelbar in das neue Baufeld hineingeführt wird. Die immergrünen Kiefern werden mit sommergrünen und blühenden Kastanien, Linden und Kirschen durchmischt.

Das Zentrum der Anlage wird durch den befestigten „Square“ definiert. Alle Wegeverbindungen , wie U-Bahnanbindung, Mobilitätszentrale, Schule werden in 2 Hauptbewergungsrichtungen kanalisiert und münden auf diesem Platz, sämtliche Gebäude werden durch ihn zusammengebunden. Ganz selbstverständlich bildet sich hier ein Punkt für Treffen, Kommunikation, Spiel und Begegnung. Vom Square aus führen geschwungene Wege zu den Hauszugängen, durch die umgebende Parklandschaft und in die Umgebung.
Im Park werden ganz unterschiedlich ausgebildete „Spielinseln“ verteilt. Dadurch können sich verschiedene Altersgruppen jeweils an verschiedenen Orten treffen und verweilen. Sitzmöglichkeiten auf den Inseln und die vernetzenden Wege bieten Aufenthalts- und Kommunikationsbereiche für alle Bewohner.

Als Materialien werden für den Square und die Wege helle freundliche Betonpflaster in unterschiedlichen Formaten in Verbindung mit Graniteinfassungen vorgeschlagen. Die Spielinseln erhalten wassergebundene Beläge bzw. in einzelnen Bereichen Natursteinpflaster mit Rasenfugen. Die Grünflächen werden als leicht modellierte Wiesenflächen mit einzelnen Pflanzbereichen aus z.B. niederen Strauchweiden, Blütengehölzen und punktuellen Gräser-/Staudenflächen angelegt. Erzeugt wird so eine offene, gut überblickbare Parklandschaft, in der nur einzelne Spots intensiver und somit pflegeaufwendiger gestaltet werden.

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Durch den geschickten Wechsel von Höfen und Gebäude schafft das Projekt die Geschossflächenzahl auszuschöpfen und 160 Wohnungen hoher räumlicher Qualität zu schaffen. Mit einer Gebäudetiefe von nur 11,30m schaffen wir gut belichtete Wohnungen und Raum für Balkone auf beiden Seiten der Gebäude.Die Symmetrieachse der tragenden Bauteile und Schächte der verschiedenen Gebäudetypologien ermöglicht es uns mit dem geschossweisen Seitenwechsel der Balkone zu spielen. Hierdurch wirken die Häuser wie individuell geplante Hausgrundrisse und nicht wie der typische gestapelte Wohnungsgrundriss eines Mehrfamilienhauses.

Durch dieses Wechselspiel aus Wohnen und Schlafen schaffen wir es, das in einer Ecksituation des Gebäuderiegels niemals 2 Wohnräume mit Ihren Terrassen aufeinanderstoßen müssen. Dies schafft ein gesundes Maß an Privatsphäre bei einer hohen Wohnungsdichte auf unserem Grundstück. Der eine Wohnt gerne mit Blick auf den öffentlichen Park, der andere lieber zum intimeren halböffentlichen Bereich. Mit dieser Gebäudestruktur kann man allen Ansprüchen gerecht werden.

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Die Balkone werden entweder als L oder I Balkone ausgeführt. Durch dieses zusätzliche Spiel der Fassaden erreichen wir eine weitere Auflockerung der Gebäudestruktur. Mit diesem Ansatz und dem dadurch entstehenden Außenraum schaffen wir einen gesunden Mix mit Raum für Begegnung der Nachbarn aber auch Möglichkeiten des Rückzugs. Durch die offene Riegelstruktur ergibt sich ein fließender Übergang zwischen dem angrenzenden Quartierspark und den halböffentlichen Grünflächen des Grundstücks. Die Gemeinschaftsflächen wurden flächeneffizient konzipiert.

Es werden je Geschoss 2-3 Wohnungen damit erschlossen. Der in der Auslobung gewünschte Wohnungsmix aus gefördertem und frei finanziertem Wohnungsbau wurde nicht in verschieden Häusern sondern innerhalb des gesamten Quartiers verteilt, um eine gute soziale Durchmischung zu erreichen. Der Wohnungsgrundriss achtet darauf eine möglichst gute natürliche Belichtung und Belüftung zu erreichen. Im dunkleren zentralen Bereich der Wohnung befinden sich die Erschließung und die Abstellflächen. Durch die gewählte Gebäudetiefe entstehen trotz rationaler Wohnflächen relativ breite Räume die auf die individuellen Ansprüche der Mieter mit einem großen Spielraum für eine flexible Möblierung reagieren können.

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